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07
Jan
08

Mein erster Tag bei Cosmocode

10:00 Uhr:
Ich stehe bei Cosmocode vor der Tür (Prenzlauer Allee 36). Ein letztes Mal überprüf ich meine gedankliche Checkliste:

  • Rasiert? Check!
  • Beim Friseur gewesen? Check!
  • Frischer Atem? (Kaugummi ausspucken) Check!
  • Neues Hemd? Check!

Na dann kanns ja losgehen. Auf mein Klingeln reagiert ein junger Mann mit schwarzen verwuschelten Haaren, dunklem T-Shirt, das für eine mir unbekannte Metal-Band wirbt, und lässigen Jeans. Er sieht mich fragend an.

“Hi, ich bin der neue Praktikant.” versuche ich so cool wie möglich zu sagen, merke aber sofort, dass der Versuch gründlich in die Hose ging.
“Ach Willi?! Hi, ich bin Andreas der System Administrator. Komm ich führ dich rum.”

Woher kennt der meinen Namen denke ich noch so, während ich ihm folge. Andreas stellt mich allen vor, wobei “allen” sich früh um 10:00 nur auf Bianca, Andi, Marco, Tilo, Detlef und Andreas beschränkt. Schnell wird mir klar, dass ich mir die Namen merke sollte, habe allerdings bei Marco dann schon wieder vergessen, wie Andreas heisst. Verdammter Mist.
Übrigens begrüßen mich auch meine restlichen neuen Kollegen fast alle mit meinem Vornamen, bevor ich irgendwas sagen kann. Manchmal ist es eben doch von Vorteil wenn man nicht Martin, Paul, Christian, Robert oder Sebastian heisst.

Außerdem zeigt mir Andreas natürlich die Räumlichkeiten. Beginnend mit dem Flur, in dem eine gemütliche Couchecke steht, auf dem Tisch liegt die aktuellste Ausgabe der c’t, daneben steht ein Kicker und um die Ecke ist sowas wie eine Wohn-Küche. Andreas zeigt auf alle möglichen Sorten Brötchen, Brot, Honig, Marmeladen, Cornflakes, Mineralwasser, Bier usw. und meint nur beiläufig, hier kannst du dich jederzeit bedienen. Ab hier kann ich mich nur unklar an den Rest des Rundganges erinnern. In meinem Kopf steh ich bereits mit einem Brötchen in der einen und frischem Tee in der anderen Hand am Kicker.

Nach dem obligatorischen Montags-Meeting hilft mir Andreas meinen Rechner einzurichten. Was soviel heisst wie, ich sitze unbeteiligt daneben und versteh nur Bahnhof. Nach 1/2 h sehe ich das erste mal die grafische Oberfläche von Linux und werde ruhiger. Gnome ist zwar nicht Windows, aber ich bin genügsam, da meine Arbeitsumgebung in aller Regel nur aus Firefox und Eclipse besteht.

Nach 8 Stunden läuft mein Linux zwar, aber ich kann mich nur lokal anmelden. Andreas verspricht, dass er das mit morgen geregelt hat. Ich glaube ihm und sehe auf die Uhr: 16:00 Uhr. Wann ist das denn passiert?

Detlef gibt mir noch eine Aufgabe für morgen, in die ich mich schon mal einlesen soll. Gesagt getan und ruckzuck ist es 17:30, Zeit für mein tägliches 60-Minuten-BVG-Abenteuer.